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Neues Web-Zwo-Null-Ding zum Autismus
November 13th, 2010 by Taymur Teardrop

Was Web2.0 nun eigentlich ist, lässt sich nach meinem Erachten am Besten als ein ökonomisches, weniger als technisches, Prinzip erklären: Die Benutzer generieren unentgeldlich beliebige Inhalte – seien es Artikel, Urlaubsbilder oder auch nur Kommentare und Friend-Invites – auf einer Web-Plattform, deren Betreiber mit Werbung oder Gebühren den Profit einfahren. Ohne die Inhalte wären diese Plattformen ein reines Minusgeschäft. Was nach dem Hype kommt, zeigt zur Zeit der einstige Platzhirsch unter den Social Networks MySpace. Dass die Inhalte im Web2.0 gar nicht so umfangreich zu sein brauchen und vielmehr die soziale Interaktion im Mittelpunkt steht, bewies eindrücklich der Micro-Bloggingdienst Twitter, während Facebook hauptsächlich als Alternative zu email und als Online-Litfasssäule fungiert.

Die nächste Ebene der Verwertung von Inhalten sind dann aggregierte Inhalte, die den Nutzern die Orientierung erleichtern und an den Anbieter binden sollen. Vergleichbar mit Reader’s Digest vielleicht, nur daß die Redaktion aus ein paar Algorithmen besteht. Kürzlich ging Autismus-Spektrum-Nachrichten (ASN) an den Start und zeigte letzte Woche welche Tücken das automatisierte Zusammenstellen von Inhalten birgt. Da war ein Artikel (oder eher eine Foto-Galerie vom roten Teppich) zum Charity-Event Acts of Love der Autismusfeinde Autism Speaks und deren Kampagne mit dem vielsagenden Titel Combatting Autism Act (CAA) verlinkt. Und soweit ich die Protagonistinnen hinter ASN einschätzen kann, liegt deren Politik aber nicht in ihrem eigenen Interesse.


2 Responses  
  • dr. nihil writes:
    November 22nd, 201002:05at

    der niedergang von myspace liegt wohl eher an dessen entwicklung zur vollkommen sinnfreien und unbenutzbaren plattform als am generellen desinteresse an vernetzung. die neue benutzeroberfläche ist noch ganz schön beta und buggy und extrem ressourcenfressend. mal sehen wo es hingeht..

  • Taymur Teardrop writes:
    November 23rd, 201016:30at

    Dass es ein Desinteresse an Vernetzung gibt, wollte ich auch nicht gesagt haben.
    Im Gegenteil. Und deshalb sollte man sich auch bewusst machen in welchem Rahmen man das macht, welche Interessen überhaupt dahinter stecken, dass einem die Möglichkeiten dazu zu gegeben werden; wo eigentlich Kommunikationsdaten gespeichert werden.
    Eine geeignete Alternative kann ein dezentrales Social Network sein, bei dem die Userdaten auf dem eigenen Rechner oder Server gespeichert sind und genau festgelegt werden kann wer was davon sieht. Zum Beispiel Diaspora oder Crabgrass.
    Mal davon abgesehen war das Layout von Myspace schon immer sehr unflexibel. Gerade Musiker nehmen sich die Möglichkeit zum künstlerischen Gesamtausdruck, wenn sie Myspace einer selbst gestalteten Website vorziehen. Die „Freunde“-Funktion ordne ich irgendwo zwischen albern und zynisch ein.


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